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Ausstellung TRANSPORT von Oliver Braig

Andrea: Was für mich in dieser Ausstellung sehr besonders war, war das Gefühl, das mich nicht mehr los lies. Oliver spielte mit einer trügerischen, scheinbaren Leichtigkeit mit diesem gewichtigen Thema TRANSPORT. Ständig fühlte ich mich ertappt, im Positiven wie auch im Negativen, und dennoch, wenn ich mich umschaute, war da diese Leichtigkeit im Raum.

 

Die Ausstellung trägt den bemerkenswerten Titel TRANSPORT. Schon beim Betrachten des Plakates stellt sich die Frage, was hier transportiert wird oder werden soll?

Eine Person schmiegt sich bäuchlings, elegant und leicht, mit ausgestreckten Armen und Beinen, wie bei einer dieser Yogaübungen, an einen Sockel, der auf dem Boden steht, an. Sie berührt ihn scheinbar, fast nicht. Das ist noch nachvollziehbar, was aber verwirrt, das ist der Blick. Es sieht so aus, als hätte jemand dieses Foto von einem Flugzeug aus, das an der Erde vorbei fliegt, gemacht. Ein Schnappschuss?

Betritt man den Galerieraum, wirkt die Ausstellung nüchtern und sachlich. Bilderrahmen mit Fotos an der Wand, schwarzweiß. Auf dem Boden, mitten im Raum, endlich, etwas Bekanntes. Eine Europalette. Doch die ist nicht aus Holz. Man kann schnell erkennen, dass sie aus Stein ist, aus Marmor, sogar. Der Blick auf das Informationskärtchen an der Wand, teilt uns den Titel mit: INHALT.

Sollen wir hier an der Nase herumgeführt werden? Eine Europalette ist doch ein reines Transportmittel, ein Gegenstand also, den wir, arglos, benutzen. Tag ein, Tag aus. Doch diese Europalette aus Marmor, sie widersetzt sich! Sie will und soll nichts transportieren, denn sie, sie ganz allein ist das, worum es hier geht! Das ist ihr Inhalt! Was ist denn Inhalt noch mal? Verdammt noch mal? Und warum ist dann der Titel: TRANSPORT?

Das beunruhigt, bringt mich aber immerhin zum Nachdenken. Einen Besuch ist das alle Mal wert.

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